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Definition
der Induzierten Resistenz:
Mit Pflanzenstärkungsmitteln/Resistenzinduktoren wird die natürliche
Widerstandfähigkeit einer Pflanze ohne Veränderung ihrer
genetischen Konstitution verbessert. Folgende Kriterien tragen zum
Erkennen Induzierter Resistenz bei: die fehlende direkte Wirkung
gegenüber den Schadorganismen, die Notwendigkeit eines Zeitintervall
von ca. 3-4 Tagen zwischen Applikation des Induktors und Wirksamkeit
der Resistenz.
Die
Frage, warum eine Pflanze von einem Wirt befallen werden kann und
eine andere nicht, steht im Rahmen der Firma Temmen GmbH z.Zt. im
Mittelpunkt der Forschungsarbeiten. Einzelheiten der bisherigen
Untersuchungen können in dieser homepage unter „Forschung“
nachgelesen werden. Es wurde an vielen Pflanzenarten nachgewiesen,
daß die Vakuolisierung der Pflanzenzellen eine wesentliche
Bedeutung für das Restenzverhalten hat. Es ist zwar bekannt,
daß im natürlichen Alterungsprozess alle Pflanzenzellen
im Verlaufe der ontogenetischen Entwicklung eine Streckungsphase
durchlaufen, welche mit einer mehr oder weniger starken Vakuolisierung
verbunden ist. Das Phänomen des unterschiedlichen Anfälligkeitsverhalten
von anfälligen und resistenten Pflanzen in Korrelation mit
dem Grad der Vakuolisierung ist jedoch neu. Da z.B. der Echte Mehltaupilz
als obligater Parasit auf Nährstoffe in den Epidermiszellen
angewiesen ist, müssen zur Bildung von Primärhaustorien
einige cytoplasmareiche Zellen vorhanden sein. Solche Zellen werden
als "Starter Zellen“ bezeichnet, welche mit den Hilfszellen
in den Monokotylen vergleichbar sind. Nachdem sich sekundäres
Myzel gebildet hat, versucht der Pilz seine Haustorien ebenfalls
in den Nachbarzellen zu etablieren, um somit seinen Nährstoffbedarf
zu decken. Solche Sekundärhaustorien werden sogar in vollkommen
vakuolisierten Zellen gebildet, in denen Primärhaustorien nicht
wachsen können. Dieser Zusammenhang wurde in allen untersuchten
Wirt- Parasit -Beziehungen festgestellt.
Wie kann das natürliche Anfälligkeitsverhalten von Pflanzen
verbessert werden?
Da in der Streckungsphase der Epidermiszellen gewisse pflanzeneigene
Streckungshormone (Auxine), eine wichtige Rolle spielen, wurden
in der Firma Temmen GmbH umfangreichen Untersuchungen unter Klimaschrankbedingungen
durchgeführt.
So konnten anwendungsfähige und wirksame Spezialformulierungen
von mehreren natürlichen und synthetischen Derivaten aus der
Gruppe der Auxine in Verbindung mit Rapsöl und einem natürlichen
Emulgator als Trägerstoffe entwickelt werden.
Die Produkte wurden mit einem Zeitintervall von ca. 4 Tagen, in
denen sich die Schutzwirkung einstellt, appliziert. Eine Wiederholung
der Behandlung erfolgte nach 14 Tagen. Da die pflanzenstärkende
Wirkung unspezifisch ist, kann davon ausgegangen werden, dass diese
Abwehrreaktion gegenüber vielen biotrophen Schadorganismen
hervorgerufen wird. Temauxin hat keine direkte Wirkung auf den Schädling
selbst, so daß Schadorganismen wie z.B. Echte Mehltaupilze
auf bereits befallenen alten Blättern wenig stark reduziert
werden, sondern nur die noch nicht bzw. wenig befallenen jüngeren
Blätter können vor Befall vollkommen geschützt werden.
Deshalb kann bei starkem Infektionsdruck auf älteren Blättern
geringe Infektion stattfinden.
Einsatz
von Pflanzenstärkungsmitteln:
In Versuchen mit vorliegenden Wirkstoffen konnte nachgewiesen werden,
daß eine geringe Dosis-Wirkungsbeziehung besteht. Die beste
Wirkung wird dann erreicht wenn die optimale Aufwandmenge ohne phytotoxische
Schäden vorliegt. Da Pflanzenarten und Sorten unterschiedlich
reagieren können, sollte deshalb bei großflächigem
Einsatz die optimale Dosis an einigen Pflanzen getestet werden.
Bei den für die Praxis vorgesehenen Anwendungskonzentrationen
der obigen Produkte sind allgemein keine phytotoxischen Schäden
an den Blüten und Blättern zu befürchten. Die Entwicklung
der Pflanzenzellen ist fließend, d.h. zum Zeitpunkt der Behandlung
mit dem Induktor sind unterschiedliche Entwicklungsstadien von Pflanzenzellen
vorhanden. Da jedoch nur solche Zellen induziert werden können,
welche sich im beginnenden Streckungsstadium befinden, können
ältere Zellen von dem Induktor nicht geschützt werden,
so daß bei sehr starkem Infektionsdruck geringe Infektion
auf den Blättern stattfinden kann. Beim Echten Mehltau auf
Gurken konnten unter Klimaschrankbedingungen einzelne wenige Pusteln
festgestellt werden, die jedoch keine typische runde Form aufwiesen
und “zerfranst” waren. |