Die Biotechnologie ist in den vergangenen Jahren ein Oberbegriff für alle biologisch-technischen Aktivitäten geworden. Es gibt eine große Anzahl von Definitionsversuchen. Am einfachsten wird sie beschrieben als „der Einsatz biologischer Systeme im Rahmen technischer Prozesse und industrieller Produktionen“.
Die Gentechnologie ist zwar auch ein Teilbereich der Biotechnologie, sie stellt jedoch eine Methode zur direkten Veränderung von Erbinformationen dar. Moderne Techniken der Züchtung, etwa die Fusion von zwei verschiedenen Zellen, führen auch zur allerdings immer noch zufälligen Neukombination von Erbmaterial ohne Gentechnik. Der entscheidende Unterschied der Gentechnik liegt in der gezielten Veränderung einer bestimmten Eigenschaft nicht nur einer Art, sondern sie ermöglicht sogar eine Übertragung über Artgrenzen hinweg. In der Medizin, dazu zählt die Phytomedizin, die Veterinärmedizin und die Humanmedizin, wird die Biotechnologie zur Gesunderhaltung der jeweiligen "Patienten" seit Jahrhunderten teilweise unbewusst sowie gezielt angewandt.
 
 

In der Phytomedizin steht die Pflanze, in der Veterinärmedizin das Tier und in der Humanmedizin der Mensch im Mittelpunkt. Im Vergleich zur Veterinär- und Humanmedizin, dessen Wissen bis ins Altertum zurückreichen, ist die Phytomedizin eine relativ junge Wissenschaft. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte werden Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin in der Humanmedizin betrieben. Die Grundlagen natürlichen Denkens gehen auf Hippokrates vor mehr als 2000 Jahren zurück. Heute erscheinen die Übergänge zwischen der Schulmedizin, der allgemein anerkannten Naturheilkunde und den alternativen Heilverfahren fließend. Die manuelle Medizin, auch als Chiropraktik bekannt und die Neuraltherapie waren vor wenigen Jahrzehnten noch suspekte Außenseiter, sind heute jedoch anerkannt.

Umgekehrt fallen z.B. das Schröpfen, die Blutegel- und Eigenblutbehandlungen heute unter „alternative Verfahren“, während sie früher in der offiziellen Medizin praktiziert wurden. In jüngster Zeit lässt sich, als Reaktion auf den übermäßigen Gebrauch von chemisch-synthetischen Arzneimitteln, ein wachsendes Interesse an therapeutisch nutzbaren Naturstoffen pflanzlichen Ursprungs und ein deutlicher Trend zur Anwendung von Phytopharmaka beobachten, wobei die keineswegs immer gültige Annahme, das was natürlich ist, sei notwendigerweise auch gut und unschädlich, vorausgesetzt wird. Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschädlinge bereiten dem Menschen Kummer seitdem er die Pflanzen in Kultur genommen hat. Schon das alte Testament berichtet über Heuschrecken und über sieben fette und sieben magere Jahre. In den Pyramiden wurden Getreidekörner entdeckt, die in der gleichen Weise angefressen waren, wie es heute noch die Kornkäfer machen. Während des klassischen Altertums und des Mittelalters waren Fortschritte auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes nicht zu erwarten, da infolge fehlender Hilfsmittel die eigentlichen Ursachen, vor allem der Pflanzenkrankheiten, noch nicht erkannt werden konnten. Abgesehen von mechanischen Maßnahmen waren Bekämpfungsverfahren damals nicht bekannt.

Für die Weiterentwicklung der heutigen Phytomedizin war von entscheidender Bedeutung, dass 1845 die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel von Irland kommend, sich in ganz Europa ausbreitete und zur völligen Vernichtung der Ernten führte. Erst im Jahre 1882 wurde das chemische Mittel Kupfervitriol zur Pilzbekämpfung durch den Franzosen Millardet gefunden. Obstbaumkarbolineum kam dann um die Jahrhundertwende zur Bekämpfung der an Bäumen überwinternden Schadinsekten und deren Eier auf den Markt. Die heute bekannten Mittel wurden alle erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Durch Intensivierung landwirtschaftlicher Nutzung, Züchtung ertragreicher Sorten und anderer Maßnahmen gewannen in den 50er Jahren besonders synthetisch hergestellte Pflanzenschutzmittel mehr an Bedeutung. Der Einsatz erwies sich als wesentlich kostengünstiger als herkömmliche Methoden, und ihre Wirkung war sicher und schien zunächst risikolos. Im Verlaufe der Jahre jedoch stellten sich neben Vorteilen auch unerwünschte Nebenwirkungen ein. So wurden bereits in den 60er Jahren die ersten resistenten Insekten gefunden, d.h. Schädlinge, die gegenüber chemischen Pflanzenschutzmitteln unempfindlich geworden waren. Krankheitserreger und Unkräuter folgten. Vor allem in Dauerkulturen wurde durch die Schädigung der Nützlinge, die als Gegenspieler der Schädlinge eine große Bedeutung im Ökosystem haben, vielfach Störungen des natürlichen Gleichgewichts beobachtet. Schwerwiegend erwies sich die Persistenz von chlorierten Kohlenwasserstoffen, von denen besonders das seit 1972 verbotene DDT in der Nahrungskette angereichert wurde.
So konnten Pflanzenschutzmittelrückstände in der Muttermilch, in Säuglingsnahrung und im Fettgewebe von Tier und Mensch nachgewiesen werden. Solche und andere alarmierenden Befunde haben die gesetzgebenden Körperschaften veranlasst sich den Problemen im Pflanzenschutz stärker anzunehmen. So wurde 1986 ein Pflanzenschutzgesetz verabschiedet, welches die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes vorschreibt und wie folgt definiert“:(...) eine Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird."

Der Pflanzenschutz ist heute für die Qualitätssicherung der Ernteprodukte unverzichtbar geworden. Maßgeblich beeinflusst wird der jährliche Pestizidverbrauch durch die beiden mengenmäßig größten Gruppen, die Herbizide und die Fungizide, wobei der Einsatz sehr stark von den jährlichen klimatischen Bedingungen abhängt.

Von den chemischen Produkten in der Phytomedizin, Veterinärmedizin und Humanmedizin werden heute die synthetisch hergestellten Wirkstoffe und besonders solche mit systemischer Wirkung, welche über den Kreislauf von Pflanze, Mensch und Tier wirken, häufig in Frage gestellt, da sie relativ langsam abgebaut werden und deshalb negative Nebenwirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt zur Folge haben können. Aufgrund der langen Wirkungsdauer und des langsamen Abbauverhaltens solcher Stoffe unterliegen diese im Pflanzenbau und der Tierhaltung besonderen behördlichen Anwendungsrichtlinien wie z.B. Dosierungsvorschriften und Wartezeiten, d.h. behördlich geprüfte und vorgeschriebene Aufwandmengen sowie Sicherheitsperioden, die zwischen der letzten Anwendung des Wirkstoffes und der Ernte bzw. dem Verzehr verstreichen müssen. Nach dem Pflanzenschutzgesetz wird ein Pflanzenschutzmittel nur zugelassen, „wenn es (…) keine schädigende Auswirkung auf die Gesundheit von Mensch und Tier und das Grundwasser hat.“ Deshalb werden ständig Untersuchungen zur Pflanzenschutzmittel - Rückstandssituation in der EU vorgenommen.


Die Firma Temmen GmbH unterstützt alle Maßnahmen, welche der Sicherstellung sowie der Überwachung eines fachgerechten Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln förderlich sind. Auch Pflanzenschutzmittel sollten ähnlich wie Arzneimittel für Mensch und Tier nur von geschulten Personen mit grundlegenden Kenntnissen sowohl hinsichtlich der Wirkung auf Krankheiten und Schädlinge als auch der eventuellen Nebenwirkungen eingesetzt werden, um somit Schäden vorzubeugen.

Unter Einbeziehung der Grundgedanken des Pflanzenschutzgesetzes haben wir uns hinsichtlich des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf die Erforschung, Entwicklung und den Vertrieb von chemisch-biologischen anstatt von chemisch-synthetischen Wirkstoffen bzw. Produkten, welche für den integrierten und ökologischen Anbau geeignet sind, konzentriert. Unser Untennehmensgrundsatz besteht darin, die Gesundheit von Pflanze, Tier und Mensch soweit wie eben möglich mit natürlichen und naturidentischen Wirkstoffen, welche in der Natur vorkommen, zu schützen. Einige Produkte haben sich bereits seit vielen Jahren in der Praxis bewährt, andere befinden sich noch in der Erforschung, Entwicklung und Zulassung.


Dr. Karl-Heinz Temmen
Temmen GmbH